Alles, was du auf Facebook je gepostet hast wird öffentlich?

Dramatisch startet die erste Zeile eines Facebook Postings, das derzeit (wieder) die Runde in sozialen Medien macht: “Lieber sicher sein, als dass es einem Leid tut. Ein Anwalt hat uns empfohlen, dies zu posten.”

Das Posting beschreibt, dass alles, was ein User je auf Facebook gepostet hat (auch private Nachrichten und gelöschte Inhalte) morgen [sic!] veröffentlicht wird. Uns von herzregion.at ist es sehr wichtig, einen Beitrag zu leisten, dass das Internet richtig genutzt wird und sauber bleibt. Aus diesem Grund haben wir nachrecherchiert. Für euch!

Kein Grund zur Panik – Es handelt sich um einen Fake Kettenbrief

Wir können aber getrost Entwarnung geben! Bei diesem Posting handelt es sich um einen Fake, bzw. einen Kettenbrief, der bereits seit 2017 die Runde macht.

Auch Facebook weiß bereits seit Jahren darüber bescheid, dass solche Unwahrheiten verbreitet werden und hat dies wie folgt kommentiert:

You may have seen a post telling you that you have to copy and paste a notice in order to retain control over things you share on Facebook. Don’t believe it. Our terms say clearly: You own all of the content and information you post on Facebook, and you can control how it’s shared through your privacy and application settings. That’s how it works, and this hasn’t changed.

Mehr unter diesem offiziellen Link

Wie man Fake-News und Kettenbriefe erkennt

Hier zeigt sich wieder einmal sehr stark, wie schnell und einfach Fake-News verbreitet werden. Es wird daher immer wichtiger, dass man sich in der heutigen Zeit kritisch mit diesen Meldungen auseinandersetzt. Und es ist keine Zauberei, solche Kettenbriefe und Falschmeldungen zu enttarnen.

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Werden alle Daten von Facebook veröffentlicht? Nein, es handelt sich um einen Fake!

Regel Nummer 1 – Quelle suchen

Wer etwas wie das besagte Posting durchliest und in Panik gerät, dem sei geraten, ruhig zu bleiben. Meistens fehlen bei solchen Postings Quellenverweise. Oft wird mit dubiosen “Quellen” wie einem unbekannten Anwalt der Eindruck erweckt, man könne sich auf einen Profi verlassen. Doch wer ist der besagte Anwalt eigentlich? Warum wird er nicht genannt? Ein Indiz, dass die Quelle frei erfunden, oder aus dem Kontext gerissen wurde.

Vertrauenswürdige Quellen können Links von relevanten Zeitungsartikeln sein, ein Verweis auf Printmagazine oder Literatur. Wer solche schwerwiegenden Behauptungen aufstellt, der sollte diese zumindest mit einem Beweis belegen können. Bei Fake-News ist das sehr selten der Fall.

Fehlt die Quelle und man ist sich dennoch unsicher, ob es sich um eine wahre oder eine Falschmeldung handelt, sollte die erste Anlaufstelle – so banal es klingt – Google sein. Nimm einfach ein paar Auszüge des Inhalts und google ihn. Sollten bekannte Zeitungen und Magazine über den im Posting erwähnten Vorfall oder die anstehende Änderung berichten, lohnt es sich, diese Beiträge durchzulesen. Danach solltest du abwägen, ob das Posting der Wahrheit entspricht.

Regel Nummer 2 – Ungereimtheiten im Text erkennen

Auch das sollte jedem selbständig denkenden Internetnutzer zumutbar sein. Bevor eine Falschmeldung geteilt wird, bitte, bitte unbedingt das Hirn einschalten.

In der erwähnten Meldung wird zum Beispiel angegeben, dass Facebook eine öffentliche Einrichtung ist. Das ist falsch. Facebook ist ein privatrechtliches und kein verstaatlichtes Unternehmen und schon gar nicht eine Behörde. Innerhalb einer halben Minute ließe sich das mittels Internetrecherche herausfinden.

Auch, dass das Kopieren und Posten mit diesem oder einem ähnlichen Text “Ich gebe Facebook oder den mit Facebook verbundenen Personen keine Erlaubnis, meine Bilder, Informationen, Nachrichten oder Beiträge zu verwenden, sowohl in der Vergangenheit als auch in der Zukunft.” von Herrn Facebook wahrscheinlich nicht gelesen wird, sollte beim nochmaligen Nachdenken klar sein.

Zudem werden solche Kettenbriefe oftmals vom Englischen in das Deutsche wortwörtlich übersetzt, was zur Folge hat, dass einige Sätze wenig bis keinen Sinn ergeben, beziehungsweise grammatikalisch falsch sind.

Regel Nummer 3 – Fake Check mit Mimikama

Mimikama.at ist eine unabhängige Rechercheplattform, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Fake-News, Betrug und Lügen in der Onlinewelt auf die Spur zu kommen und die Öffentlichkeit darüber aufzuklären.

In einem Großteil der Fälle finden sich Kettenbriefe wie diese auf Mimikama und diesen wird detailliert der Wind aus den Segeln genommen. Reinschauen lohnt sich auf jeden Fall. Übrigens, auch dieses Posting wird von Mimikama aufgearbeitet.

Wer Kettenbriefe weiter verbreitet macht sich mitschuldig

Fake-News bringen nicht nur in der Onlinewelt, sondern vor allem für die Gesellschaft enorme Gefahren. Was mit dem Weiterleiten von Kettenbriefen, die zur allgemeinen Verunsicherung beitragen, beginnt, gipfelt mit Falschmeldung rund um Politik und kann im schlimmsten Fall die Demokratie und das friedliche Zusammenleben gefährden.

Wir bitten unsere Leser, Kettenbriefe wie diesen nicht weiterzuverbreiten und vorher nachzudenken, bevor Informationen ohne relevante Quellenangabe auf Facebook geteilt und weiterverbreitet werden. Denn ein sicheres und sauberes Internet ist in der heutigen Zeit die Grundlage für ein aufgeklärtes, ehrliches Miteinander.

Achtung, FAKE! Der Kettenbrief im Wortlaut:

Lieber sicher sein, als dass es einem Leid tut.


Ein Anwalt hat uns empfohlen, dies zu posten. Grund genug für mich. Die Verletzung der Privatsphäre kann gesetzlich bestraft werden.
HINWEIS: Facebook ist jetzt eine öffentliche Einrichtung. Alle Mitglieder müssen eine solche Notiz posten. Wenn Sie eine Erklärung nicht mindestens einmal veröffentlichen, wird stillschweigend davon ausgegangen, dass Sie die Verwendung Ihrer Fotos sowie der Informationen in den Aktualisierungen Ihres Profilstatus zulassen. 
Ich erkläre hiermit, dass ich meine Erlaubnis nicht gebe.


Termin morgen !!! Alles, was Sie jemals gepostet haben, wird ab morgen öffentlich. Auch gelöschte Nachrichten oder Fotos sind nicht zulässig.
Ein einfaches Kopieren und Einfügen kostet nichts, besser sicher als leid.
Channel 13 News sprach über die Änderung der Datenschutzerklärung von Facebook.


Ich gebe Facebook oder den mit Facebook verbundenen Personen keine Erlaubnis, meine Bilder, Informationen, Nachrichten oder Beiträge zu verwenden, sowohl in der Vergangenheit als auch in der Zukunft. Mit dieser Erklärung gebe ich Facebook eine Mitteilung. Es ist strengstens untersagt, auf der Grundlage dieses Profils und / oder seines Inhalts gegen mich weiterzugeben, zu kopieren, zu verbreiten oder sonstige Maßnahmen zu ergreifen. Der Inhalt dieses Profils ist vertraulich. Die Verletzung der Privatsphäre kann gesetzlich geahndet werden (UCC 1-308-1 308-103 und das Römische Statut).


Wenn Sie möchten, können Sie diese Version kopieren und einfügen.
Wenn Sie eine Erklärung nicht mindestens einmal veröffentlichen, wird sie die Verwendung Ihrer Fotos sowie die Informationen in den Profilstatusaktualisierungen technisch zulassen.
NICHT TEILEN. Kopieren und einfügen.

NICHT WEITERLEITEN, NICHT KOPIEREN, NICHT TEILEN!