Bitcoin – Attraktive Währungsanlage oder gefährliche Blase

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Bitcoin – Attraktive Währungsalternative oder gefährliche Blase?

 

Nicht nur Fachzeitschriften oder Tech-Blogs im Internet, vor allem aber auch breitenwirksame Medien berichten inzwischen tagtäglich davon: Bitcoins. Exorbitante Kurse, der Wert eines “Bitcoins” ist zwischen Jahresbeginn und heute von 1.000 auf über 7.000 Dollar gestiegen, scheinen einen Goldrausch der digitalisierten Welt zu versprechen. Doch was ist dran an dem Hype, bzw. was darf man überhaupt unter Bitcoin verstehen? Bevor man nun leichtfertig sein hart erspartes Geld in einen oder mehrere Coins investiert, sollte man sich auf jeden Fall genauer mit der Thematik auseinandersetzen.

 

Bitcoin ist eine sogenannte Kryptowährung – an sich ist dies nichts anderes als digitales Geld. Mittels Kryptographie, einer hochkomplexen mathematischen Verschlüsselung, will man ein sicheres, digitales Zahlungssystem schaffen, das komplett dezentral und losgelöst von staatlich regulierten Zentralbanken funktioniert. Die Schöpfung des „Geldes“ wird deshalb ausschließlich von Privaten vorgenommen. Die Währung wird also nicht wie der Euro oder Dollar von verstaatlichten Notenbanken ausgegeben und kontrolliert, sondern von zahlreichen sogenannten “Minern” (im übertragenen Sinne für “Goldminenarbeiter”), die im Internet tätig sind, geschaffen. Doch warum hören wir jetzt nicht alle auf zu arbeiten und werden Bitcoin-Miner? Die Komplexität und der Ressourceneinsatz (Strom, IT-Logistik, Zeit) für die komplexe Erstellung eines Bitcoins nimmt mit der Anzahl an “Minern”, die sich in einem Netzwerk befinden zu. Für Laien, aber auch Profis, kann aufgrund des immensen Einsatzes an Ressourcen nicht garantiert werden, dass eine Erstellung der Coins überhaupt möglich, oder rentabel ist. Für die Erstellung von Bitcoins bedarf es großen, komplexen Investitionen in robuste Technik & IT-Infrastruktur sowie Zeit und vor allem fundiertes Wissen.

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Mining Rig – Hiermit werden die Bitcoins „geschürft“

 

Der Bitcoin-Hype ließ natürlich nicht lange auf Konkurrenz warten – mittlerweile gibt es tausende alternative Kryptowährungen. Bitcoin ist dennoch eine vergleichsweise alte Kryptowährung. So existiert sie bereits seit dem Jahr 2008 und wurde vom Erfinder, der unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto tätig ist, geschaffen, um den digitalen Geldaustausch zu erleichtern und nicht um Spekulationsobjekt zu sein. Personen aus der ganzen Welt sollten so anonym (Transaktionen werden nicht einer Person, sondern einem Pseudonym, dem sogenannten “Public Key”, zugeordnet), sicher, in Echtzeit und vor allem unabhängig im Internet Geld transferieren können. Im Fall des Bitcoins sollen deshalb vor allem die Intermediäre, im konventionellen Fall sind dies Banken, ausgeschaltet werden. Hat sich nicht schon jeder von uns einmal gefragt, wieso eine Online-Überweisung bis zu 3 Tage dauern kann, wobei diese rein digital vonstatten geht? Bitcoins werden 7 Tage die Woche 24 Stunden am Tag gehandelt und dies ohne die Miteinbeziehung von ‘Mittelsmännern’ wie Banken oder Kreditinstitute. Somit werden Transaktionen innerhalb von Sekunden genau zwischen den zwei betreffenden Transaktionsparteien durchgeführt, natürlich auch an Sonn- und Feiertagen sowie völlig unabhängig vom Server einer Bank. Diese verschlüsselten Transaktionen sind der sogenannten Blockchain-Technologie zu verdanken (mehr zu dieser Technologie in einer der kommenden Ausgaben).

Ein weiterer, dafür umso wichtigerer Unterschied zu herkömmlichen Währungen ist, dass die Menge an Bitcoins limitiert ist . Es gibt also ähnlich wie bei Gold oder anderen natürlichen Ressourcen ein vorher definiertes Limit der Währung. War dies auch der ursprüngliche Gedanke des Geldes, so werden konventionelle Währungen schon lange nicht mehr durch Gold gestützt und haben so nur den Wert, an den eine Volkswirtschaft glaubt.

Dies haben Bitcoins nun allerdings mit konventionellen Währungen gemein: Der Glaube daran. Bitcoins sind nur so stark wie sie durch Angebot und Nachfrage gehandelt werden. Dies verspricht zum einen Vorteile im Sinne eines sich selbst regulierenden, unabhängigen Systems, zum anderen birgt es enormes Risiko. Kryptowährungen sind extrem volatil und sind nur so stark wie der Markt sie macht. Experten prognostizieren den Bitcoins einerseits einen Wert von bis zu 100.000 Dollar/Coin, andererseits wird bereits der Fall eines Kurses – Stichwort “Bitcoin-Blase” – herbeigeschrieben. Alleine diese abweichenden Meinungen sollten Grund genug sein, sich selbst ein eigenes Bild davon zu machen und sich auf jeden Fall mit Vorsicht an das Thema zu wagen.