Das ist mein Weihnachten 1948 – Geschichten aus der Region

Das ist mein Weihnachten – Traditionen aus der Region

Regionale Erzählungen über das Weihnachtsfest


Heute zünden wir die zweite von vier Kerzen auf dem Adventskranz an und öffnen das neunte Türchen am Adventskalender. Vor Allem in der Weihnachtszeit erinnern wir uns gerne an die Kindheit und wie schön es doch war, gespannt aufs Christkind zu warten. Diese Kindheitserinnerungen hat meine Oma „Hanni“ mit mir geteilt und erzählt euch wie sie Weihnachten als Kind 1948 in Mayrhofen im Zillertal erlebt hat.

Das ist mein Weihnachten 1948 - Geschichten aus der Region 1

Mayrhofen 1948

Ich war 4 Jahre alt und schrieb schon Wochen vor dem heiligen Abend aufgeregt den Brief ans Christkind. Ich brachte ihn hinaus auf den Balkon und einen Tag später war der Brief verschwunden und ich war mir sicher, dass das Christkind ihn abgeholt hatte.

Apfelscheiben statt Christbaumkugeln

Am Tag des heiligen Abends wurde der Christbaum von meiner Mama und meinen älteren Geschwistern (ich hatte 9 Geschwister! ) mit getrockneten Apfelscheiben und Dekorationen aus Holz, die meine Eltern noch vor dem Krieg gekauft hatten, geschmückt. Die Tür zum Zimmer wo der Christbaum stand, wurde natürlich zugesperrt, damit das Christkind und die Helferlein ungestört arbeiten konnten.

Schöne Lichter

Traditionell mit dem Klang des Glöckchens wurden wir ins Wohnzimmer gerufen und ich sah den Christbaum zum ersten Mal. Ich war wirklich sehr erstaunt über die vielen schönen Kerzen am Baum und meine Eltern konnten sogar 3-4 Sternspritzer besorgen. Dies war für die damalige Zeit eine Sensation, da fast niemand im Besitz der Sternspritzer war und diese sehr teuer waren. Wir haben dann viele Lieder gesungen (mein Lieblingslied war schon immer “Es wird scho glei dumper”) und meine Oma hat die Weihnachtsgeschichte der Bibel vorgelesen, während wir unsere schöne Weihnachtskrippe bestaunt haben.

Das ist mein Weihnachten 1948 - Geschichten aus der Region 2

Das schönste Weihnachtsgeschenk

In der Küche hat meine Mama alles für das Weihnachtsessen vorbereitet. Jeder von uns bekam eine Orange als Weihnachtsgeschenk – für mich war das die größte Freude die Orangen am Teller liegen zu sehen. Es war das beste Weihnachtsgeschenk.

Traditionelles Weihnachtsessen

Bei uns gab es beim Weihnachtsessen zuerst Kartoffelsuppe, damit alle 10 Kinder satt wurden, da man von den „Tiroler Kiachl“ der Hauptspeise meistens nicht genug hatte. Im Anschluss haben wir die Mürbteigkekse von meiner Mama verschlingt. Damals ging es vor Allem darum , welche Lebensmittel man zu Hause hatte, um nicht zu viel Geld auszugeben.

Mitternachtsmette

Zur Mitternachtsmette durfte ich als kleines Kind noch nicht gehen, aber ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, als meine älteren Geschwister von der Kirche zurückkamen und mir erzählt haben, dass es dort eine Nudelsuppe mit Würstl gab. Darauf war ich dann doch etwas neidisch.

 

Das Beste an der Zeit nach dem heiligen Abend war, dass wir am ersten Schultag nach den Ferien von unserer Lehrerin tiroler Zelten ( bei Tiroler Zelten handelt es sich um Früchtebrot) bekamen. Auch diese waren damals sehr wertvoll und etwas ganz besonderes!

Ich denke immer wieder gerne an die Weihnachtszeit in meiner Kindheit zurück.

Das ist mein Weihnachten

Nächste Woche schauen wir über den Tellerrand hinaus und geben euch einen Einblick in Weihnachtstraditionen aus anderen Kulturen. Bis Bald! 🙂

 

Lust auf Weihnachtskekse? Wie wäre es mit unseren genialen Rezepten:

 

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