Heimische Lieferanten: Staudachstubn

KochArt-Lieferanten der Region – Teil 2

In dieser Woche dürfen wir Euch einen weiteren KochArt-Lieferanten der Region vorstellen: Die Familie Flecksberger und Staudachstubn. Die Lieferanten der KochArt-Betriebe legen seit jeher Wert auf eine enge und nachhaltige Zusammenarbeit mit der heimischen Natur. Nicht nur für die Menschen, sondern auch für Tiere, Insekten und Pflanzen der Region eine wichtige und nicht ersetzbare Arbeit: Ursprüngliche Lebensräume werden erhalten und neue geschaffen. Daher freuen wir uns, die Menschen, die hinter diesen Produkten stehen hier vorstellen zu dürfen!

Die Fleckbergers kennen sich aus mit den Bienen und den Blumen – auch wenn es eigentlich „Mit Bienen und Kräutern“ lauten müsste. Da sich der Martin jedoch ebenso bei „de Bleamen“ (den Blumen) bestens auskennt, sind wir doch auf der richtigen Spur. Ganz früh morgens, wenn Bienen und Blumen eigentlich noch schlafen, hat das KochArt-Team ihm und seiner Familie im September 2016 besuchen dürfen.

Staudachstubn, KochArt, Regionale Lieferanten

„Guat Morgen, schen dass ihr da seids“, wurden sie von Markus, dem Schwiegersohn, herzlich willkommen geheißen. „Der Papa kimb glei und donn schauma ume zu de Bienen.“ Die Bienen sind nämlich gerade einmal 200 Meter weit weg, direkt am Waldrand angesiedelt. Bereits seit Anfang 2016 sogt Familie Flecksberger für rund 15.000 Honigbienen. Martin und Markus haben zusammen einen Imkerkurs absolviert und waren sofort Feuer und Flamme. Insgesamt kümmern sie sich nun mit viel Herzblut bereits um drei Bienenvölker.

Doch wie funktioniert so ein Bienenstock eigentlich? Nektar und Blütenpollen aus der näheren Umgebung werden von den fleißigen Bienchen gesammelt und im Bienenstock an die so genannten Stockbienen (die „Hausmannschaft“) weitergegeben. Diese ziehen nicht nur den Nachwuchs auf, sondern sind auch für die Wabenbildung und das Be- und Verarbeiten des Honigs zuständig. „Geerntet wird erst im nächsten Frühjahr und da sicher noch nicht viel, die Bienen brauchen schließlich ja auch etwas.“ Nicht schwer zu erkennen: Markus ist hier in seinem Element.

Zusammen mit Frau Sandra, der Tochter der Flecksbergers, ist er erst im Jahr 2015 aus Kärnten zurück in die Kitzbüheler Alpen gezogen. Umso passender, dass sie für die Carnica-Biene, auch Kärtner-Biene genannt, entschieden haben. Eine nicht nur besonders sanftmütige, sondern auch extrem fleißige Bienenart mit einem Flugradius von ganzen 1,2 km. „Bienen hat’s ja schon immer im Brixental gegeben, nur sind sie halt jetzt recht selten geworden, weil sie durch die häufige Maad oft nix mehr zum Fressen gefunden haben“, erklärte Martin. „Für uns da heroben sind sie aber sehr wichtig. Die Bienen bestäuben unsere Wiesenblumen, die wiederum des Futter für unsere Kühe sind. So schließt sich der Kreislauf in der Natur.“

Nützliche Tipps für den Alltag

Der Kreislauf der Natur ist ein weiteres Fachgebiet von Martin: Im Alltag ist er Wirt, im Herzen Kräuterexperte, Bauer und Rinderflüsterer. Nicht erst seit kurzem befasst sich der „Staudachstub’n Mascht“ mit regionalen Heilpflanzen und deren Wirkung. „Do homma zum Beispiel an Beinwell“, und er zeigte dabei auf eine kraut-artige Pflanze mit lilafarbenen Blüten. „Den nimmst zur Wundheilung und gegen Gelenkschmerzen.“ Etwas weiter unten fanden sie die so genannte Königskerze, deren Wirkung bereits Hildegard von Bingen bestens bekannt war, und die heute überwiegend gegen Husten angewandt wird. Spitzwegerich, Schafgarbe, Vogelmiere und Mädesüß, das natürliche Aspirin, wachsen direkt vor der Haustür. Daraufhin zeigte Martin auf eine Knolle mit kleinen grünen Blättern. „Des is der Wiesen-Bärenklau. Wenn der nu ganz klein ist, dann schmeckt er wie a wilder Brokkoli.“

Staudachstubn, KochArt, Regionale Lieferanten

Nicht nur für die Gesundheit hat der Unkrautgourmet hilfreiche Tipps, sondern auch für die Schönheit: Möchte man einen frischen Teint, hilft ein Blatt Fraumantel, indem man dessen Tau bzw. die ausgetreten Pflanzenstoffe auf dem Gesicht verreibt. „Das ist natürliches Anti-Aging“, lachte der Martin.

Obwohl noch viele weitere Seiten mit den Ausführungen der Flecksberger gefüllt werden könnten, findet jeder noch so schöne Tag irgendwann ein Ende. Jedoch nicht ohne ein paar Mitbringsel: Einer Flasche Beinwell, einem Kräuteressig und einzigartigen Rezepten für eine Wildkräutersuppe und Beinwellröllchen.

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