Regionale Lebensmittel – was heißt das eigentlich?

Umweltfreundlichkeit und Frische stehen bei Lebensmitteln aus der Region ganz klar im Fokus. Doch ist das Label „Regional“ gleich ein Garant für Regionalität?

„Region“ als Begriff ist weder gesetzlich definiert noch anderweitig in dessen Verwendung eingeschränkt. Meist verstehen Menschen unter Region den erweiterten Raum um ihren Wohnort: Den Landkreis, das Bundesland oder aber auch Naturräume. Wird ein Produkt in einer bestimmten Region erzeugt, verarbeitet und vermarktet, so kann von einem Produkt aus der Region für die Region gesprochen werden. Entsprechen Produkte diesen Faktoten, so neigen Endverbraucher dazu ihnen eher ihr Vertrauen zu schenken als industrieller Massenware sowie einen höheren Preis zu bezahlen.

Kühe, Weide, Nachhaltigkeit

Die Herkunft von Produkten, die als „regional“ vermarktet werden, ist oft nicht wirklich nachvollziehbar und sollen teilweise nur auf eine vermeintlich regionale Herkunft verweisen. Wird ein Produkt beispielsweise nur regional verarbeitet, nicht aber erzeugt oder angebaut, so kann nicht wirklich von einem „regionalen Produkt“ gesprochen werden. Fast jeder Supermarkt hat mittlerweile Produkte im Sortiment, die mit Slogans wie „vom Heimathof“ oder „frisch aus der Region“ werben, ohne dies tatsächlich belegen zu müssen. Die Regeln stellt momentan hier jeder Anbieter selbst auf: Einige beziehen „ihre“ Region auf einen bestimmten Umkreis, andere auf das jeweilige Absatzgebiet, welches mitunter mehrere Bundesländer umfassen kann.

Die Beweggründe eines Endkunden betreffend den Erwerb regionaler Lebensmittel stehen oft in Zusammenhang mit dem Wunsch, die Erzeuger vor Ort und in Zuge dessen auch die lokalen Landwirte zu unterstützen. Auch der Umweltschutz spielt eine Rolle: Kurze Transportwege führen zu einem klimaschonenderem Einkaufserlebnis. Die Frische und der Geschmack von reif geerntetem Obst und Gemüse ist ein weiterer Faktor, der für Produkte aus der unmittelbaren Region spricht. Das heißt jedoch nicht, dass regionale Produkte automatisch von höherer Qualität sind: Beheizte Gewächshäuser und niedrige Tierschutzstandards können auch in der Heimat vorkommen.

Logistik

Wie kauft man also regional ein?

Regional einzukaufen bedeutet, sich möglichst auf saisonale Lebensmittel zu beschränken. Dies funktioniert natürlich nur, wenn das Obst oder Gemüse auch tatsächlich in der eigenen Region angebaut werden kann. Dennoch ist nicht zu bestreiten, dass wir mittlerweile daran gewöhnt sind, jegliches Obst und Gemüse auch außerhalb der heimischen Haupterntezeit genießen zu können. Das Verlangen nach dieser ständigen Verfügbarkeit hat Schäden für Umwelt und Klima zur Folge.

So hat Eisbergsalat Saison von Mai bis Oktober, Kopf- und Blattsalat von März bis November und Feldsalat wird sogar das ganze Jahr über angebaut. Beim Gemüse zählen Champignons, Kartoffeln, Möhren, Rettich, Rüben und verschiedene Kohlarten zu den Allroundern: Sie können das ganze Jahr über entweder angebaut oder eingelagert werden. Salatgurken und Tomaten hingegen werden vorwiegend in beheizten Gewächshäusern (auch im Sommer) angebaut. Die kürzeste Anbauzeiten haben Spargel (April bis Juni) und Zuckermais (August bis Oktober).

Die meisten Obstsorten können lediglich in den Sommermonaten angebaut werden. Äpfel und Birnen jedoch können auch über die Wintermonate eingelagert werden. Eine besonders lange Anbauzeit haben Erdbeeren: Die roten Früchte können von Mai bis September angebaut und

Erdbeeren

Der direkte Anlaufpunkt zum Erwerb regionaler Produkte sind die lokalen Bauern- und Wochenmärkte. Sie bieten eine übersichtliche Anzahl an Erzeugern und Händlern, die ihre eigenen Produkte präsentieren. Zwar sind Erzeugnisse nicht automatisch regional, nur weil sie auf einem Bauern- oder Wochenmarkt angeboten werden, doch meist stammen die Lebensmittel auf Eigenanbau oder-herstellung.

In Hofläden werden die angebotenen regionalen Lebensmittel meist direkt beim Erzeuger oder Bauern abgeholt: Von Obst und Gemüse über Eier und Milchprodukte bis hin zu Fleisch oder Marmeladen und Honig. In Großstädten sind Hofläden meist eher vereinzelt zu finden, auf dem Land hingegen sind sie in größerer Anzahl vertreten.

Lokale Kleinbetriebe, wie kleine Bäckereien oder Metzgereien, arbeiten oft mit regionalen Lebensmitteln. Damit leisten sie nicht nur ihren Beitrag zum Erhalt von Traditionen, sondern unterstützen auch Betriebe aus der eigenen Region.

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