Von der Frucht zum edlen Tropfen – das steckt hinter dem Schnapsbrennen

Schnapsbrennen – eine Wissenschaft

Zu Gast bei der Brennerei Erber

Wir durften einen Blick hinter die Kulissen einer außergewöhnlichen Brennerei im Brixental werfen und bestaunten das frisch renovierte Brennhäusl der Brennerei Erber, welches seit Juli 2018 in neuem Licht erstrahlt.

Das Brennrecht

Schon 1651 erhielt man das Brennrecht, da man über eine hauseigene Quelle verfügte. Im Laufe der Jahrhunderte kamen verschiedenste Edelbrände zur Produktpalette hinzu, so etwa verschiedenste Liköre, Whiskey, Brandy, Rum, Wodka und Gin. Im Zuge der heurigen Umbauten des Brennhäusls hat man eine wahre Genußmeile in Brixen erschaffen. Neben den Produkten der Brennerei finden Kunden außerdem die Erzeugnisse regionaler Produzenten. Käse, Speck, Marmelade, Honig uvm. made in Tyrol, hier können Gäste sich ihr Stück Tiroler Köstlichkeit mit nach Hause nehmen.

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Geschäftslokal Erber

Qualität steht bei der Brennerei Erber aus dem Brixental an erster Stelle und so wird auch jeder noch so kleine Vorgang perfektioniert. Zum Beispiel verwendet man bei der Lagerung der Produkte auch alte Holzfässer, bei denen je nach Inhalt das Holz ausgetauscht wird um so im Falle von Whiskey die ideale Färbung zu bekommen. Dass die Qualität auch stimmt, beweisen die vielen Prämierungen, welche die Produkte der Brennerei aus den Kitzbüheler Alpen erhalten. Alle bisher eingereichten Edelbrände und Spirituosen aus Brixen wurden von einer internationalen Jury bei den „World Spirit Awards“ prämiert. Allein mit der schwarzen Johannisbeere erhielt man 2018 doppelt Gold und gewann die Meisterklasse und kann so stolz behaupten, dass es kaum einen besseren Edelbrand dieser Sorte gibt.

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Prämierter Whisky

Schnapsbrennen

Beim Brennen an sich gilt es vieles zu beachten. Ein sehr wichtiger Teil ist das Wasser, welches nicht nur zum Waschen von Obst, sondern auch zum Herunterbrechen des Destillats auf Trinkstärke verwendet wird. Darüberhinaus spielt es eine sehr wichtige Rolle welches Obst man verwendet. Man verwendet hauptsächlich Obst aus Nordtirol und Südtirol. Wenn es nämlich an der Qualität des Obstes mangelt, bekommt man diese auch in späterer Folge nicht wieder. Da man beim Brennen der Edelbrände nicht mit künstlichen Aromen arbeitet, muss die Qualität beim Obst zu 100% stimmen.

Eines der wichtigsten Erfolgskriterien der Brennerei ist der Brennmeister. Der Geschäftsführer Christian Schmid kontrolliert ebenfalls die Produktion von Anfang bis Ende. Wenn das Obst vom Brennmeister freigegeben wurde, wird es eingemaischt. Dies bedeutet dem Obst werden Hefe und einzelne Enzyme beigemengt. Bei diesem Vorgang entsteht bereits der Alkohol, was ca. 10-14 Tage dauert. Ist dieser Prozess beendet, wird die Maische von der Maischehalle in die Kessel des Brennhäusels gepumpt. Die Maische wird nun erhitzt, wobei manche Alkohole schneller verdampfen als andere. Die Dämpfe steigen auf und werden auf der anderen Seite wieder gekühlt, damit sie sich wieder verflüssigen.

Man spricht beim Schnapsbrennen von drei Stufen dem Vorlauf, dem Mittellauf und dem Nachlauf. Wichtig ist, man kann beim Brennen nicht alles verwenden. Der Brennmeister trennt nun mittels seines Geruchs- und Geschmacksinnes die drei Teile ab. Hierzu bedingt es Jahre langer Erfahrung. Der Vorlauf ist ungenießbar und wird ausschließlich zur Herstellung von Ansätzen zum Einreiben wie zum Beispiel Arnika verwendet. Auch der Nachlauf wird nicht mehr weiterverarbeitet. Nach dem Motto „Bei uns wird nichts verschwendet“ werden die Schlempe und der Nachlauf in die Biogasanlage eingespeist. Bei der Brennerei Erber werden alle Produkte doppelt gebrannt. Durch die Verwendung von Kupfer werden dem Destillat die Schwefelrückstände entzogen.

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Brennhalle mit Kupferkessel

Nach dem Brennen werden die Destillate ca. 1 – 2 Jahre gelagert. Einige auch länger, die in besonderen Holzfässern bis zu 25 Jahre lagern. Das Wichtige bei der Lagerung ist, dass die Fässer immer wieder gedreht und gewendet werden und man Sauerstoff hinzufügt. So verändert sich der Geschmack und die Qualität wird immer besser. Beim Whisky zum Beispiel beginnt die Kunst erst bei der Lagerung. Es werden Hölzer, Deckel, Böden und sogar ganze Fässer ausgetauscht.

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Lagerung in Holzfässern

Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, dem empfehlen wir eine Führung in der Brennerei Erber in Brixen. Man bekommt einen hervorrangeden Einblick in die Kunst des Schnapsbrennens und einem wird klar wie viel Arbeit dahinter steckt. Anschließend kann man sich noch durch die Produktpalette kosten, dies haben wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen.